Datum : 23.06.2018
Uhrzeit: : 10:32 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Cryfemal - With the Help of the Devil
» Cryfemal - With the Help of the Devil
Homepage : www.cryfemal.cjb.net
 

Cryfemal  - With the Help of the Devil
  »Trackliste
1. Inicio del caos
2. Segunda muerte
3. Deminesiones del dolor
4. Necrofila noche
5. Poder misantropo
6. Vision de la destruccion
7. Free
8. Supremo odio
9. Malizia inmortal
10.Hail Satan
11.Despues de la ma sacre

Release: 2004
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 65.03 min
Format: CD Audio
Label: Trinity Records Honk Kong

 

Denkt mal an einen beliebigen Sonnenscheinstaat, sagen wir einfach einmal...Spanien. Stellt euch einen langen, traumhaften Sandstrand vor und wie die Sonne malerisch am Horizont über den seichten Wellen versinkt. Und im Hintergrund läuft rauer, primitiver, schmerzender Black Metal. Passt irgendwie überhaupt nicht mag der ein oder andere denken. Passt mehr als gut sage ich. Das in Hong Kong sitzende Label Trinity Records haut uns hier seinen gerade einmal vierten Release vor den Latz und lässt keinen Zweifel aufkommen in welche Richtung sich die Bandpolitik entwickelt. Ultraharter Underground Black Metal (ja das soll es noch geben). Die Lyrics sollen wohl in Spanisch gehalten sein (die Songtitel sind ein trügerischer Hinweis) was aber auch vollkommen Schnuppe ist, da man die Texte nicht einmal verstehen könnte wenn sie auf Hochdeutsch verfasst wären – und das ist auch gut so, genau so müssen Black Metal Lyrics klingen.
Musikalische Wurzeln die sich bis hin zu alten Darkthrone und Mayhem erstrecken sind zwar eindeutig rauszuhören, dennoch werkeln Cryfemal jenseits dieser Größen in ganz anderen Gestaden. Nach einem, nennen wir es einmal experimentellen, surrealistisch verfrickeltem, Intro startet zunächst die Highspeedrakete „Segunda muerte“ in ultra düstere Galaxien. Klare Songstrukturen sind genauso wenig auszumachen wie das Messen der Geschwindigkeit die der Drummcomputer hier an den Tag legt. „Deminesiones del dolor“ gibt sich zwar einen Hauch moderner, strotzt aber genauso voll abgefuckter Brutalität und Geschwindigkeit. Die Knüppelorgie wird auch im folgendem Verlauf nur kurz von unerklärbaren Soundspielereien wie „Vision de la destruccion“ oder „Despues de la ma sacre“ unterbrochen. Bis auf zwei, drei Ausnahmen sind die Song alle recht kurz gehalten. So befinden sich das Schädel spaltenden „Necrofila noche“ (ja was mag das bloß bedeuten?) oder das ekelhaft schön anmutende „Malizia inmortal“ weit unter der zwei Minutengrenze. Schräge Keyboards und immer wieder maschinengewehrartige Drummsalven sowie Gesang der auch gut als Geschnetzeltes hinter der Wursttheke durchgehen würde runden die Sache ab.
Fazit: Die Produktion ist zwar arg schlecht, wobei ich aber davon ausgehe das dies in jeder Hinsicht beabsichtigt war. Seit langem ist dies mal wieder eine Platte die wirklich das Prädikat „ultraderber und abgrundtief böser Black Metal“ verdient. Sollte der Gehörnte mich heute Nacht in meinen Träumen aufsuchen und mich mit hinab in seine Folterhöhle nehmen würde ich mir genau dieses Album als Hintergrundmusik dazu aussuchen. „With help from the Devil“ ist definitiv nur was für erfahrene Schwarzstahljünger. Black Metal Unerfahrenen rate ich dringest vom Kauf dieser Platte ab, da das absterben der untrainierten Horchmuscheln zu befürchten ist.



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