Datum : 19.04.2018
Uhrzeit: : 15:25 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Deadborn - Decades of Decapitation
» Deadborn - Decades of Decapitation
Homepage : www.deadborn.de
 

Deadborn - Decades of Decapitation
  »Trackliste
1. Condemned to perdition
2. Inborn Contempt
3. Decades of decapitation
4. Thorns of inner fear


Release: 2004
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Death Metal
Laufzeit: 15:54 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

Das wenige vorhandene Informationsmaterial zu Deadborn ist in wenigen Sätzen zusammen gefasst. Trommelwirbel Slavek Foltyn und Gurgelkehle Mario Petrovic hatten irgendwann keine Böcke mehr sich für die Kultkapelle Necrophagist die Ärsche wund zu malochen und gründeten irgendwann Anfang dieses Jahrtausends eine neue Todeskeulentruppe. Fleißige Sitzungen im Proberaum wurden abgehalten, die Band mit einem anständigen Bassisten komplettiert, Einiges an Wasser floss die Flüsse hinunter und siehe da – kaum sind ein paar Jahre ins Land gezogen da erreicht die Metalwelt aus dem schönen Baden-Baden eine brandneue EP. Der Bandname in verschnörckelster Schrift und das Cannibal Corpse’ige (man mag mich für bekloppt erklären, aber die „Haltung“ die das Skelett ein nimmt erinnert irgendwie an CC) Cover deuten bereits an was meinen Trommelfellen gleich blühen wird als die CD sanft in den Player rutscht und nach einigen Sekunden ein Death Metal Feuerwerk entfacht wird. „Condemned to Perdition“ hat voll in Fresse. Abwechselnde Blastparts und Midtempopassagen sorgen für ordentlich Schwung auffe Hütte, die Killerriffs überzeugen allemal und Frontglatze Petrovic’s Stimme hält locker das Niveau manch großer Namen. Nach dem eher schwachen „Inborn Contempt“ und dem schnellen Titeltrack sind folgende Fakten unumstößlich: 1. Deadborn brauchen sich vor keinem zu verstecken. Selbst große Ami-Sound Bands sollten ihren Hut vor diesem Machwerk ziehen, womit wir dem großen ABER auch schon näher kommen. Eines fehlt dem Death Metal der wo so klingen soll wie als wenn er aus Amerika stammen soll in letzter Zeit. Das Stichwort ist Weiterentwicklung. Diese jedoch fand in den vergangenen Jahren wenn überhaupt nur in winzigen Schritten statt. Sicherlich sollten Dinge die bestens funktionieren nicht einfach über den Haufen geworfen werden, das Problem dabei ist jedoch, dass Combos die sich dem thematisierten Sound verschrieben haben dadurch quasi nicht groß von der Stelle bewegen, worunter der Widererkennungswert vieler talentierter Bands zu leiden hat. Auch Deadborn bilden da leider keine Ausnahme. So ist auch die vierte und letzte Nummer „Thorns of inner Fears“ alles andere als eine musikalische Totgeburt aber jedwede Agilität, Brutalität und musische Klasse nützen nix wenn ich die Jungs nicht einmal unter zehn Bands wieder erkennen würde.
Fazit: Findet man eine neue Scheibe richtig fett geil, so neigt man leider schnell dazu mangelnde Eigenständigkeit zu überhören. Dem kann ich mich leider nicht anschließen und so blutet mir das Mosherherz, wenn ich trotz aller energischer Spielfreude die wirklich vorhanden ist und technischer Raffinesse den uneigenständigen Sound einfach nur überhören kann und dieser starken Scheibe nur ein mageres befriedigend verpasse.


Ruhrmetal.com