Datum : 23.06.2018
Uhrzeit: : 10:31 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Falocner - The Sceptre of Deception
» Falocner - The Sceptre of Deception
Homepage : www.falconermusic.com
 

Falocner - The Sceptre of Deception
  »Trackliste
1.Intro
2.When üsins rides
3.The shortest night of the year
4.Warlord of the night sky
5.Long dance
6.Thunderforce
7.Oh fog, oh dew
8.The woman of serpents
9.Through the gates of the world beyond
10.In darkness & frost

Release: 11.11. 2003
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Folk Metal
Laufzeit: 43 min
Format: CD Audio
Label: Matel Blade

 

ittlerweile zu einer festen 5-köpfigen Band herangewachsen, kämpfen Falconer auf ihrem dritten Album mit der Aufgabe sich einem Konzeptalbum zu widmen und gleichzeitig das Niveau der ersten beiden starken Alben zu halten bzw zu überbieten. Der Opener THE CORONATION der CD eröffnet so wie man es von Falconer bisher gewohnt war: Ein melodischer Riff, folk-ähnlich zwar, aber eben metallisch verzerrt durch einen Overdrive. Man merkt direkt, das der neue Sänger über ein deutlich breiteres Klangspektrum verfügt und dies auch umzusetzen weiß, die Klangfarbe aber passt leider nicht mehr so ganz ins Umfeld von folkigem Metal und entreisst Falconer seiner einzigartigkeit. Dennoch, der Opener ist ein melodisches Stück Metal, mit eingängigem Refrain ohne nennenswerte musikalische Besonderheit. Ein ziemliches 0815 Lied also, kraftvoll, melodisch und eingängig, mehr aber kaum. Bei THE TRAIL OF FLAMES: erinnert die Struktur hier sehr stark an WINGS OF SERENITY. Und damit ist dieser Titel auch vergleichbar: Eine Uptempo-Nummer wo die Drums brezeln und die Riffs in irrsigem Tempo der Melodie entraubt werden und sehr stark an die Geburt des Thrashmetal erinnern. Der Gesang hingegen ist im Gegensatz dazu sehr melodisch gehalten. Im Refraint fügt dieser sich jedoch wieder ins Gesamtbild ein, sehr kraftvoll und harmonisch das Ganze. Gegen Ende, nach einer kurzen "Brezelphase" in der sich ein melodischer Riff durchschlängelt durch das gemoshe, wird alles sehr leise und gar "besinnlich". Zusammenfassend also alles in allem Ein Wechselbad der Gefühle das ganze, von Slayer bis Haggard ist alles vertreten ohne dabei progressiv oder experimentierfreudig zu sein. Und dennoch ist dies sehr Falconer typisch. Auch bei dem zweiten Song "UNDER THE SWORD " kling alles sehr Falconer-typisch,also folkig, kraftvoll,energiegeladen. Ein Midtempo-Kracher ala Overkill übertragen in eine Fantasywelt..... Leider ist dieser TItel für meinen Geschmack streckenweise etwas zu vocallastig und damit zu charttauglich ausgefallen. Stellenweise schleppen sich die Drums geradezu quälend durch die 3:44, das ist auch durch den abgehakten Instrumentalteil und das "miniatur-Solo" nicht mehr zu retten. Vielleicht einer der Tiefpunkte des Albums. Mit einem steilen Aufstieg in Form des anfänglichen, vielleicht etwas zu klassischen und zu erwarteten Wechsel zwischen Melodie und Bombast beginnt "NIGHT OF INFAMY". Danach geht is mit einem Doppelbass und einem Kurzsolo ebenso steil bergab um dann ohne Verschnaufpause direkt wieder die Fahrt Richtung Himmel anzutreten. Was darauf folgt ist unerwartet, aber sehr sehr passend. Alle Gitarren verstummen für einen Augenblik, zarte Weisen ertönen, kein Rytmusinstrument stört mehr die Harmonie, kein Shouter durchbricht die Atmosphäre. Um dann wieder ins gewohnte Spiel mit einem etwas längeren Solo einzutreten. Es zieht sich so schon etwas, hält aber an gewohnten Elementen fest, fügt neue hinzu und stellt alles in einem neuen Kontext dar. Ein sehr treibendes Stück ist "HOOVES OVER NORTHLAND" vielleicht nicht überraschend, aber kraftvoll, mit ein paar unschönen Brüchen drin, aber im großen und ganzen doch recht gelungen, vor allem die eingebundenen mittelalterlichen Weisen zeugen von der vorhandenen Spielfreude und Motivation, etwas anständiges auf die Beine zu stellen. PlEDGE OF FREEDOM beginnt mit einem markigem Refrain, sehr eingängig und der Rest ist Falconer-untypisch. Eben der Versuch, "normalen" Power-Metal zu machen.Sehr zäh. Und irgendwie geschieht hier viel, aber nichts passt zusammen und ergibt so ein unausgegorenes Gesamtbild.Brezel, brezel, mosh,mosh, schrabbel,schrabbel. So lässt sich gut einsteigen ins "RAVENHAIR" der gut 5min geht . Der Rest ist einfallos, zäh fliessend und im Vergleich zum bisherigen Schaffen eher schlecht. Auch hier tritt man weg vom ehemaligem Konzept und geht eher in die klassische Truemetal-Ecke zum Schaden der Einamligkeit. Bei "SCENTRE OF DECEPTION" bekommt man einen ein schneller Wechsel. ALs Titelstück des Albums wurde hier mächtig aufgetischt: 7:58mins Länge verhältnismäßig langes instrumentales Vorspiel. Sehr schnelle Passagen geben sich die Klinke in die Hand mit winselnden Gesängen, während epische Lyriks und hoffnunglos in sich verzerrte Soli Stimmung erzeugen. Die Stimmung ist auch irgendwo wiederzufinden, Naja es handelt sich eben hier um ein Konzeptalbum da geht das in Ordnung. HEAR ME PRAY ist hingegen Poppig bis zum geht nich mehr. Hohe Kastratenstimmlange, kaum Instrumentalteile und alles sehr übergefällig. Und kommen wir nun zum letzen Stück "CHILD OF INNOCENCE" Das Schlusswort zur Story, die sich in den lyriks der einzelnen Titel versteckt. Musikalisch ein belangloser Griff ins Klo ohne Folgen. Leider kommt man mit dem Album nicht an die Klasse der ersten beiden Alben , liegt warscheinlich das der alte Sänger nicht mehr bei der Truppe ist . Wenigstens in ein Paar Songs tritt er als "Gueststar" auf. Diese sind auch meiner Meinung nach die Besten der Scheibe. Es wäre sogar besser gewesen, einen komplett neuen Bandnamen zu suchen, um die alten Fans nicht zu sehr zu schockieren. Das neue Album von Falconer wäre mit Mathias Blad für die "Lead Vocals" sicher ein Hit geworden, aber so kann ich nur jedem Falconer-Fan empfehlen, unbedingt Probe zuhören, und sich zu fragen, ob er mit dieser Stimme leben kann oder ob er sich nicht doch den "Alten" gewünscht hätte. Ihr werdet sonst enttäuscht sein!!


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