Datum : 23.01.2018
Uhrzeit: : 13:08 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Helangar - Evening in Valhalla
» Helangar - Evening in Valhalla
Homepage : www.helangar.de.vu
 

Helangar - Evening in Valhalla
  »Trackliste
1. Departing for Midgard
2. Ragnarök
3. The First Sign
4. Proclaiming the End
5. Nida Mountains
6. Unavoidable Fate
7. The Sinner
8. Darkness in my Mind
9. Farewell Walhalla
10. Mother Earth
11. Numb with Cold
12. The Asens Death
13. Lament of Mankind
14. Nifelheim
15. Hommage to the Beast
16. At the Battlefield
17. Angels of Death
18. Spring
19. The New World
20. And we failed…

Release: 2004
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Viking Metal
Laufzeit: 72 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

Evening in Valhalla heißt das Debutalbum der 2002 gegründeten Epic Metal Band Helangar. Bereits 2003 erschienen und schon einen Nachfolger in Aussicht (welcher voraussichtlich Mitte Herbst erscheinen wird), wird es langsam Zeit, dass man nun auch auf unserer geschätzten Website eine kleine Rezension zum Erstlingswerk, der Newcomer aus Deutschland, lesen kann.
Die Band verbrachte sage und schreibe 6 Monate im Studio, um ihre musikalischen Ergüsse auf einen Tonträger zu bannen und die lange Produktionszeit sieht man dem Ergebnis auch positiv an. Ein mit über 70 Minuten, außerordentlich umfangreiches und noch dazu in sich äußerst schlüssiges Album, dass noch dazu mit vielen netten Details aufwartet, ist das Resultat der Mühen.
So liegt ein klasse Konzeptalbum vor, dass sich auch von Meilensteinen wie Blind Guardians „Nightfall in Middle-Earth“ (von welchem sich auch deutliche Anleihen erkennbar sind) nicht verstecken zu brauch. Zwischen den Tracks sind immer wieder kleine Zwischenspiele zu finden, die zusammen mit der Musik und den Lyrics die Bandinterpretation von Ragnaroek vorwärts spinnen. Dies resultiert demnach nicht nur in einer plumpen Nacherzählung, sondern schafft eine bemerkenswert kritische Synthese zwischen Text und Musik, was in einer allgemein recht melancholischen resultiert. Eine erfrischende Abwechslung zu sonst üblichen Drachen-fliegen-durch-die-Lüfte-und-die-Helden-ziehen-für-ihren-König-in-die-Schlacht Konzepten, worauf man sich jedoch einlassen muss. Außerdem sollte das Booklet positiv hervorgehoben werden, welches zusätzlich zu den Texten, auch noch sehr gute Illustrationen zu den einzelnen Songs bietet. Schade das man für das Cover nicht auch auf eine Zeichnung zurück gegriffen hat, denn das genutzte gerenderte Bild wirkt ein wenig steril.
Auch Aufnahme technisch gibt es so gut wie nichts zu bemängeln, lediglich die stellenweise etwas kraftlosen Drums hätten etwas mehr Wums vertragen können.
Musikalisch sind klare Blind Guardian Einflüsse zu erkennen (nicht nur beim Album Konzept), sowie (zumindest bei den schnelleren Parts) Parallelen zu Storm Warrior. Jedoch hat man einen ganz eigenen Stil entwickelt, welcher vielschichtiger kaum seinen könnte. Dies ist unter anderem der Stimme von Thomas Melchert zu verdanken, welche über eine ungeheure Bandbreite verfügt. Schnelle, geschredderte Passagen, wechseln mit ruhigen gezupften Stellen, die klassische Melodien einfließen lassen. Hier findet man auch immer wieder Einflüsse von italienischen Powermetalbands, die sich jedoch zum Glück nicht auch auf die Stimme des Sängers übertragen haben ( ^^ ).
Ein herausragendes Stück auf dem Album ist mich Sicherheit die Ballade Numb with Cold. Was die Akustik-Gitarren hier in Verbindung mit der kernigen, doch hier auch sehr melodischen Stimme von Thomas Melchert abliefern, ist mit Sicherheit eine der schönsten Balladen, die man aus diesem Genre seit langem zu hören bekam.
Doch gibt es auch noch Kritikpunkte auf dem Album. So sind zwar alle Tracks kompositorisch sehr ausgereift, jedoch mit durchschnittlich über 5 Minuten Spielzeit recht lang, was teilweise sehr zukosten der Eingängigkeit geht. Demnach erschließt sich einem die Qualität des Albums erst nach mehrmaligem hören, erst dann erkennt man die durchaus zuhauf vorhanden Finessen der einzelnen Tracks. Doch erst als ganzes gesehen, entfaltet das Album (wie es Konzeptalben so eigen ist) sein ganzes Potential.
Wenn Helangar mit ihrem neuen Album da weiter machen, wo sie mit ihrem Debüt aufgehört haben, dann wird man von den Jungs und Mädels in Zukunft bestimmt noch einiges zu hören bekommen, soviel ist sicher. All jene, die eine Abwechslung vom sonst üblichen Powermetal Kitsch suchen, werden mit „Evening in Valhalla“ mit Sicherheit eine Perle für ihre Sammlung finden


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