Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:18 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Judas Priest - Angel of Retribution
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Homepage : www.judaspriest.com
 

Judas Priest  - Angel of Retribution
  »Trackliste
1. Judas Rising
2. Deal With The Devil
3. Revolution
4. Worth Fighting For
5. Demonizer
6. Wheels Of Fire
7. Angel
8. Hellrider
9. Eulogy
10. Lochness

Release: 28.02.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Heavy Metal
Laufzeit: 53.04 min
Format: CD Audio
Label: Sony

 

a, ja die lieben Reunions. Von vielen sehnsüchtig erwartet, von noch mehr gefürchtet. Die Maiden Reunion vor ein paar Jahren verpasste den meisten Leuten einen eiskalten Schauer der sich gefräßig den Rücken runter wurmte. Von meiner Seite aus ist diese NWOBHM Zusammenkunft mit dem alten Sänger durchaus gelungen und der Erfolg der eisernen Jungfrauen gibt mir Recht. Das zweite große Flagschiff des britischen Heavy Metal dümpelte nach dem Weggang von Rob Halford in den letzten Jahren mehr oder weniger vor sich hin, obwohl man mit dem Ripper einen wirklich hochkarätigen Ersatz für die alte Schwulette an Land ziehen konnte. Zugegeben „Jugulator“ und „Demolition“ waren ganz ansehnliche Alben, aber ohne Rob wollte einfach kein richtiges Priester-Feeling aufkommen. Um so mehr erfreute es nicht nur mich sondern auch Scharen von Fans auf der ganzen Welt als die Jungs bekannt gaben, dass die Streitigkeit beiseite gelegt wurden und Rob wieder in die Band einsteigen würde. Jedoch aufgrund der oben genannten Angst vor, teilweise lächerlichen, Reunions gingen viele mit gemischten Gefühlen an die Sache ran. Betrachte man sich einmal die Fakten. Die spielerische Leistung von Glenn, K.K, Ian und Scott ist wohl über jeden Zweifel erhaben. Aber Rob? Seine Solokarriere stotterte seit 1990 mehr oder weniger erfolgreich dahin und jünger ist der gute ja schließlich auch nicht geworden. Würde er nach 15 vergangenen Lenzen noch in der Lage sein auf „Painkiller“-Niveau zu singen. Die Frage ist schnell beantwortet. NEIN das schafft er nicht mehr, ABER: DAS IST SCHEISS EGAL, denn Priest sind zurück und agieren spielfreudiger und kraftvoller denn je. Der geniale Opener „Judas Rising“ macht von Anfang an klar wo der Hammer hängt. Sachtes Gitarrengedudel beginnt, wird stetig lauter, im Hintergrund beginnt ein tiefer Schrei Mark und Bein zu erschüttern und dann geht’s los. Eine atemberaubende Banger-Hymne die allen Zweiflern die Luft aus den Lungen drückt. Flott geht’s weiter mit „Deal with the Devil“. Die Nummern besitzt Kraft und strotzt nur so voll Energie. Hätte ohne Probleme auch auf „British Steel“ stehen können. Das vorab veröffentlichte „Revolution“ klingt bei den ersten Durchläufen noch eher langweilig, was daran liegen mag, das der Sound und besonderes der Chorus für Priest-Verhältnisse einfach viel zu modern klingt. „Worth fighting for“ ist unheimlich emotional und reisst den Hörer demnach schon beim ersten Kontakt mit. „Demonizer“ lässt wie das gute alte „Painkiller“ nichts anbrennen. Flotte Riffwände, straightes Getrommel und verzerrte Vocals, ein wirklich würdiger Nachfolger des Übersongs. Eine echte Partynummer ist mit „Wheels of Fire“ natürlich auch vertreten, genauso wie eine schöne Ballade in Form von „Angel“. „Hellrider“ schlägt erneut die Schiene von 1990 ein und überzeugt dadurch sofort. Das kurze Geschwafel von „Eulogy“ kann man sich getrost sparen, dafür zieht das knapp vierzehn minütige „Lochness“ dann noch einmal wirklich alle sprichwörtlichen Register die die Band aufzufahren hat. Knatternde Riffs, spannende Gitarrenduelle, arschgeile Soli und und und.
Fazit: Sie sind wieder da, das steht fest. Alle die Zweifel an der neuen alten Situation hatten, sollten sich wirklich vor Scharm in die nächste Poser-Kneipe verziehen und diese nicht vor dem nächsten Metallica Album verlassen. Eine Neuauflage von „British Steel“, „Turbo“ oder „Painkiller“ ist „Angel of Retribution“ zwar nicht, aber das hat doch ehrlich gesagt, auch nicht niemand erwartet. Das Album stellt aber den logischen Schritt dar, den die Band im alten Line-Up ins neue Millennium führt. In diesem Sinne:
“Across the divide, The thresholds in flame, The Painkiller rises again“!!!!!!!!


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