Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 10:03 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : LOITS - Ei Kahetse Midagi
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Homepage : www.loits.org
 

LOITS  - Ei Kahetse Midagi
  »Trackliste
1.Tulisilma Sünd
2.Sinimäed 1944
3.Tõelised Kuningad
4.Valge Nägu
5.Hauast Aupaistesse
6.Kolmjalg
7.Veri
8.Sinu Mees, Sinu Vend, Sinu Poeg

Release: 2002 ( Limitiert auf 555 Kopien)
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Extrem Metal
Laufzeit: 36.50 min
Format: CD Audio
Label: Beverina Productions

 

Die Geschichte von Loits begann schon früh im Jahre 1996. Doch erst 1999 betrat man „professionelle „ Wege als Lembetu, der Kopf der Band seine treuen Freunde A.Kalm (Gitarre), M.Divine, und Karjo rekrutierte. Erste Demos und Promos wurden veröffentlicht und einige Gigs bei namenhaften baltischen Festivals wurden erfolgreich absolviert.
Im Jahre 2000 starb A.Kalm bei einem Autounfall und so fand „Gates“ den Weg in die Band. Zunächst spielten Loits noch mit Drumsamples. Dies änderte sich Ende 2000 als „Atso“ die Sticks übernahm.
Innerhalb von wenigen Monaten wurde 2001 die erste CD von LOITS „Ei Kahetse Midagi“, was übersetzt bedeutet „Regret Nohing“ (Bereue Nichts). Leider verschwand das damalige Label vorzeitig von der Bildfläche, so dass man auf eigene Faust einige Kassetten produzierte und eine ausgedehnte Promotion Kampagne startete. Mit der Hilfe von Stillborn Noize und Beverina Productions veröffentlichte man die CD dann noch mal in Form einer CDR und einer MC.

„Ei Kahetse Midagi“ beinhaltet 8 Songs und ist mit einer Gesamtspielzeit von fast 37Minuten zwar relativ kurz geraten, doch umso erstaunlicher ist es, was LOITS hier abliefern.
Die CD beginnt sehr druckvoll mit dem Song „Tulisilma Sünd“ und kommt mit einer erstaunlich rockigen Melodie daher, die sich bei mir sofort in den Gehörgangen festsetzt.
Wenn dann nach einem kurzem Break die Stimme von Lembetu dezent im kratzigen Ton die erste Strophe mit seinem Lachen und Gekreische einleitet gibt es für mich kein halten mehr!
Mit einer Mischung aus Satyr (Satyricon) und Gard (Khold) kreischt er die Texte gekonnt in sein Mikro und steht den beiden Ausnahmesänger in nichts nach! Durch die 100% in Estnisch gesungenen Texte und seinem aussergewöhnlichen Akzentuierung der Wörter versprüht Lembetu eine ungeheuer raue und kalte Stimmung…
Ein druckvolles Schlagzeug, schnelle, rockige Gitarren und und eine bemerkenswert spritzige Reihe von erstklassigen Melodien unterstützt durch ein folkige Keyboard, lassen den Zuhörer nach mehr schmachten. Nach einem kurzen Instrumental, das die Grundmelodie des ersten Stückes noch einmal aufgreift und quasi vervollständigt, eröffnet sich nun eine neue Seite von LOITS. Nach kurzem Fußgestampfe im Schnee setzt eine klassische Gitarre ein, die an beste Zeiten von Ulver erinnert und sehr romantisch und verträumt daher kommt. „Tõelised Kuningad“ , das längste Stück der CD wird eingeleitet. Kaum will man diese Melodie geniessen knallt dem Hörer die stampfenden Gitarren und ein wirklich grandios arrangiert und perfekt auf die Melodien abgestimmtes Schlagzeug um die Ohren. Eine einfache sehr rockige Melodie zieht sich durch den kompletten Song wirkt aber in keiner Minute langweilig.
Mit „Valge Nägu“ wird es nun etwas ruhiger und entspannter… zumindest zu Beginn. Eine Clean Gitarre leitet eine romantische Stimmung ein und erinnert an die grossen Momente von Blazing Eternity. Und auch hier beweisen LOITS, dass sie den Zuhörer keinesfalls Ruhe gönnen möchten. Wie auch bei den Vorgängern wird man gezwungen mitzuwippen und wird dabei durch die raue Stimme des Sängers, der sich hier als noch facettenreicher erweist und sogar einige Clean Gesänge einsetzt fasziniert. Das Schlagzeug kommt druckvoller den je her und komplettiert einen der absoluten Highlights der Scheibe.
Und wie sollte es anders sein? Danach gibt es mit „Hauast Aupaistesse“ mal wieder derbe auf die Fresse. Hier fällt die Ähnlichkeit zu neueren Satyricon auf…allerding wird hier keinesfalls kopiert! Vor allem die grandiose Schreiarbeit von Lembetu und die perfekte Abstimmung mit den harten Gitarren und dem Schlagzeug bilden zusammen ein weiteres Schmankerl.Einer der härtesten Songs.
Mit „Kolmjalg” begiebt man sich zunächst wieder in ruhige Gefilde, erzeugt durch ruhige Keyboardklänge eine düstere Stimmung die ziemlich brachial durch stampfende Gitarren durchbrochen wird. Es offenbart sich hier mal wieder ganz deutlich, dass LOITS sich nicht eingrenzen lassen. Unterlegt mit einer treibenden Double Bass und einigen gesprochenen Zeilen wirkt man sehr doomig und düsterer als zuvor...wobei auch dieser Song eher als ein Instrumental anzusehen ist.
Auch wenn ich mich zum xten Male wiederholen muss…nun gibt’s wieder auf die Fresse!
“Veri” verbindet wie schon die Songs zuvor rockige Gitarren mit Doom und Black metal Elementen. Wobei man sie nicht wirklich in eine Sparte stecken kann…LOITS selbst bezeichnen ihre Musik als „Extreme Metal“ um sich von den Genretypischen Eingrenzungen zu distanzieren. Angelehnt an den puren nordischen Black Metal mit einem gewollt militärischen Touch,begehen sie Pfade wie zuletzt die schon erwähnten Satyricon und Khold, ohne eine Kopie darzustellen.
Einen würdigen Abschluss bietet der Song „Sinu Mees, Sinu Vend, Sinu Poeg“, der einer der druckvollsten Songs auf diesem Album ist. Abwechselnde Midtempo und Blast Parts und ein absolutes Killer Schlagzeug lassen dem geneigten Zuhörer bei entsprechender Lautstärke endgültig die Membrane durchbrennen…und auch hier beweist Lembetu mal wieder, wie herrlich eigenständig seine Stimme ist und welch hohen Wiedererkennungswert sie hat.

LOITS beweisen eindrucksvoll, wie man mit einfachsten Mitteln und fern ab von genretypischen Elementen grandiose, mitreißende und originelle Musik präsentieren kann.
Doch nicht nur instrumentalisch gesehen heben sie sich von vielen anderen Bands der extremen Szene ab. LOITS haben eine Message die sie eindrucksvoll in ihrer Heimatsprache versuchen rüberzubringen und sie stehen vollkommen dahinter, was man ja von vielen anderen nicht behaupten kann. Man darf hier nicht Gefahr laufen und die Band anhand von Bildern, die die Bandmitglieder in Uniformen der Estnischen Armee im zweiten Weltkrieg zeigen oder ihrer Bühnenperformance in Soldatenkleidung, als Nationalsozialisten oder Rassisten abzustempeln. Um die lyrische Thematik (Zweiter Weltkrieg, Ahnenstolz, Nationalismus,Vaterlandsromantik, kommunistische Sklavenschaft) und die Einstellung LOITS’ zu verstehen, sei es jedem Interessierten ans Herz gelegt die Seite www.loits.org (mit Übersetzung der Texte ins englische!!!), sowie die Interviews auf www.estonianmetal.com mal zu überfliegen. Es wäre wirklich schade, wenn auch diese Band von inkompetenten und dummen Menschen einfach stumpf als NSBM oder sonstigen Rotz abgestempelt wird!
Für Fans von Ulver,Satyricon, Blazing Eternity, In The Woods, Khold,…


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