Datum : 25.04.2018
Uhrzeit: : 00:37 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Medusa’s Child - Immortal … Mind Cohesion
» Medusa’s Child - Immortal … Mind Cohesion
Homepage : www.medusas-child.com
 

Medusa’s Child - Immortal … Mind Cohesion
  »Trackliste
1. Mind Cohesion
2. Mother Earth
3. Holy Land
4. Eyes Of Fire
5. Center Of The Dark
6. Tears Of The Wolf
7. I'm Still Here
8. Fight Fire With Fire
9 .Lionheart
10. Medusa's Child (Gilding Version)


Release: 2004
WERTUNG
3 /6 Sternen
Stil: Power Metal
Laufzeit: 51.35 min
Format: CD Audio
Label: STF Records

 

Betrachtet man sich das Cover von Immortal… Mind Cohesion erwartet man zunächst altbackenen Gruftrock. Auch das sphärische Intro, inklusive nervigen Indianergeheule, unterlegt mit flüsterdüster Stimme verstärkt diesen Eindruck. ABER: Weit gefehlt. Medusa’s Child zocken amtlichen bestätigten Power Metal und verbraten dabei noch viele klassische Rockeinflüsse. Dies zumindest spricht schon einmal für die Band. Dagegen allerdings, dass es noch ca. 1 523 324, 037 andere Kapellen gibt die sich dem selben manchmal düster, melancholischen Sound verschrieben haben.
Mother Earth bildet den Opener. Der Titel hat selbstredend nichts mit Within Temptations Charterfolg zu tun. Vielmehr zeichnen sich hier deutliche Parallelen zu Iced Earth, gepaart mit nem leichten Touch Gruftmucke ab. Leider kann ein eher langsamer Opener, auch wenn das Tempo gen Ende hin anzieht, mit einer Spielzeit von über neun Minuten voll ins Auge gehen – meiner Meinung nach ist dies hier auch geschehen. Eine Verkürzung auf vier bis sechs Minuten würde diesem Stück deutlich besser zu Gesicht stehen. So hängt über ihm der träge Schleier der Langweiligkeit. Holy Land hingegen gefällt schon nach den ersten zwei Sekunden. Das Riffgerüst könnte auch von Kampfgnom Ronnie James Dio stammen. Neben dem cleanen Gesang ist eine, leider zu tief in den Hintergrund gemischte, scream-Stimme zu hören. Ein klassischer Stampfer in bester Accept Tradition ist Eye of Fire. Lediglich das extrem nervige Keyboard geht mit voll auf die Nüsse. Ein knapp dreißigsekündiges Orgelsolo ist zwar mega überflüssig leitet aber zumindest stimmungsvoll Center of the Dark ein, welches mit Orgeln aber so garnix mehr zu tun hat. Für meinen Geschmack klingt die ganze Chose ein wenig zu sehr nach 80er Jahre Stadionrock, jedoch weit entfernt von Größen wie Alice Cooper oder gar Twisted Sister. Die Gitarren könnten ziemlich fett klingen, sind aber leider wie so oft zu stark in den Hintergrund gemischt. Der Titel lässt es bereits vermuten, bei Tears of the World geht’s ein bisschen gemächlicher zur Sache. Natürlich dürfen akustische Klampfen hier genauso wenig fehlen wie traurig, sehnsüchtige Lyrics getragen von harmonisch, schönem Gesang. Der ein oder andere mag es bereits ahnen….richtig der Song wird ab dem Mittelteil von Sekunde zu Sekunde etwas schneller und heftiger. Alle Axel Rudi Pell Fans erhalten hier die Vollbedienung.
I’m still here startet zwar auch eher ruhig, mausert sich dann jedoch zu einem spaßigen Power Metal Kracher. Auch hier ist der Sound sehr traditionell gehalten, was dem Stück sehr gut tut – der vielleicht beste Song der Platte – wäre da nicht Fight Fire with Fire. Helloween zu Keeper Zeiten gepaart mit Majesty triffst wohl am ehesten. Das Sample einer rauschenden Brandung gefolgt von nicht elektrisch verstärkten Saitenklängen sprechen eigentlich für sich aber irgendwie will bei Lionheart keine echte Stimmung aufkommen. Natürlich braucht jede Band ihre eigene Hymne. Medusa’s Child bilden da keine Ausnahme und mixen sich aus altgedienten Zutaten, nette Melodie, starke Doublebase, eingängiger Refrain, einem sauberen Solo und oh-oh-oh-oh-Mitgröhlpassagen die ihrige.
Fazit:
Medusa’s Child verpacken viele, äußerst verschiedene Sounds zu einem sicherlich eigenständigen Klangbild, welches aber unter der grottenschlechten Produktion leidet. Und selbst wenn an der Produktion nicht das geringste zu bemängeln wäre, bleibt doch die Frage ob bei der Flut an Power Metal Bands hier wirklich eine Innovation (ich liebe dieses Wort einfach) vorliegt, welche den Jungs die zweifelsohne ihre Instrumente beherrschen den ersehnten Erfolg einbringen würde.
Die Antwort lautet zumindest von meiner Seite aus. Nein.


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