Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 18:08 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Midwinter - Astral Mirrors
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Midwinter - Astral Mirrors
  »Trackliste
1. Through The Mirror
2. Stormclouds
3. Dying In Vain
4. Dreamscape Revelations
5. Existence Means Suffering
6. The Eye Of The Storm
7. Evoking The Grotesque
8. Golden Age
9. Lords Of Creation
10. Realm Of Slumber
11. The Essence

Release: 2004
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Dark Metal
Laufzeit: 58 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

Einem düster, schaurigen Mix aus Dark, Black, Death, Gothic und Power Metal hat sich das Düsseldorfer Quintett Midwinter verschrieben. Klar dass eine solch ausführliche Stilbeschreibung in keinen Quelltext passt, ergo umschreiben die Jungs ihren Sound selbst mit Black Heavy Metal.
Eingeleitet werden die „astralen Spiegel“ mit einem (Achtung jetzt wird’s innovativ) atmosphärischen Intro mit viel Klavier, welches nahtlos in Stormclouds einen gar nicht ma so üblen Song der schnelle Black Metal Parts und einige doomige Anleihen in sich vereint – mit weit über sieben Minuten übrigens auch gleich der längste Track. Dying in Vain geht die Sache eher gemächlich an. Das Stück bewegt sich knapp unter Mittempo-Niveau und kann ein ordentliches Grundriff sowie annehmbare Synthis verbuchen. Dreamscale Revelations tut wirklich viel aber überzeugt zu keinem Zeitpunkt. Zwar ist auch hier das zu Grunde liegende Riff eine echte Granate, aber zu verspielte Keyboardelemente und drei verschiedene Gesangsstile (deathiges Grunzen, blackiges Kreischen und cleaner Gesang) in einen Song gepackt zusammen mit eindeutig zu vielen Tempiwechseln verhunzen wirklich alles. Existence means Suffering hingegen findet von Anfang an meine Zustimmung. Mehr oder weniger clean gesprochenes poetisches Gebrabbel (bitte nicht negativ verstehen) leitet zusammen mit einer schaurig schönen Klaviermelodie den Song ein bevor dann zwar düster aber deswegen keinesfalls drucklos elektrisch verstärkt wird. The Eye of the Storm ist ein eher sinnloses kurzes Instrumental, dass hauptsächlich von gotischen Keyboardklängen (jaja ich weiß wie kann etwas gotisch klingen, sei’s drum) getragen wird. Wie aus einem Guss klingt der Übergang zu Evoking The Grotesque der nichts weiter ist als ein reinrassiger Doomsong mit derben Grunz- und Kreischvocals - klasse. Dann folgt der Oberhammer. Golden Age - jetzt schon ein Evergreen und eindeutig der abgefahren geilste Titel dieser Platte. Genügend schnelle Parts mischen sich mit episch, orchestralen Chorus, eingängigen Gitarrenmelodien und dieses mal passenden Tempiwechseln. Genial. Lords of Creation beginnt ultraschnell – wenn’s auch noch keine Blastparts sind. Im Mittelteil wird zwar wieder etwas die eher ruhige Schiene gefahren, zum Ende hin wird die Keule aber wieder in gnadenloser Geschwindigkeit geschwungen. Leider fehlt dem folgenden Realm of Slumber das entscheidende Stückchen Originalität um wirklich aufzufallen, daher bleibt mir für diesen Song leider nur das Fazit LANGWEILIG. Das abschließende The Essence macht diesen Ausfall jedoch wieder mehr als gut. Die Geschwindigkeit wird wieder etwas angezogen, was dem Sound wirklich sehr gut tut und das Quäntchen Epik rundet die Sache wunderbar ab.
Fazit: Für ein eigenprodziertes Album wirklich eine Klasse Leistung. Ordentliches Potenzial ist wirklich zu erkennen, aber um sich von der breiten Masse abzuheben ist der Sound einfach noch zu verwaschen. Sollten die Düsseldorfer sich auf ihrer nächsten Scheibe auf einen etwas gleichmäßigeren Klang einigen (bitte, bitte mehr schnelle Nummern) kann das echt was werden


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