Datum : 21.06.2018
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Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Moonsorrow - Verisäkeet
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Moonsorrow - Verisäkeet
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1. Karhunkynsi
2. Haaska
3. Pimeä
4. Jotunheim
5. Kaiku

Release: 07.02.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Viking Metal
Laufzeit: 70.37 min
Format: CD Audio
Label: Spikefarm Record

 

Auch wenn Pagan und Viking Metal nicht gerade eine Erfindung der letzten zwei oder drei Jahre ist, so schossen doch innerhalb dieses Zeitraums unzählige Bands dieser Machart wie Pilze aus dem Boden. Die Bandbreite dieses Subgenres verliert sich mittlerweile ins Unendliche und reicht von lediglich lyrisch beeinflussten Power Metal, über Humppa Spielleute, grimmige Pandabären bis hin zu entfremdeten Karnevalisten die in Wikingerkostümen durch die Wälder streifen, von verblödeten Glatzen die durch miese Großstadtviertel ziehen und witzigen Ahnenkult betreiben mal ganz zu schweigen (es gibt keine Fjorde in Berlin, gelle). Was all diese Bands gemeinsam haben ist die Tatsache, dass trotz manchmal hoher instrumentaler Kompetenz, die ganze Chose nicht wirklich authentisch rüber kommt. Ganz anders bei Moonsorrow. Bereits das 2001 veröffentlichte Debüt „Suden Uni“ glänzte vor Authentizität, bombastischer Tiefe, grausig schön erzählten Geschichten und Sagen umwobenen Melodien. Wie man es von den vorher gegangen Alben nicht anders kennt, scheissen die Nordmannen darauf ihre epischen Schlachtengesänge in viel mehr als eine Hand voll Songs zu zerstückeln. So halten sich die Songs auch auf dem aktuellen Langeisen im viertel Stunden bis zwanzig Minuten Bereich auf. Lediglich „Kaiku“ überrascht mit seinen „gerade mal“ knapp neun Minuten :-). „Verisäkeet“ was übersetzt soviel wie „Blutverse“ bedeutet beginnt mit „Karhunkynsi“. Sanftes Vogelgezwitscher läutet den Song ein bevor ein schweres Riff einsetzt zudem sich bald eine einprägsame Melodie gesellt. Die ersten 2/3 des Stücks gestalten sich ziemlich gradlinig und klingen ziemlich rau. Zum Ende hin wird’s dann immer düsterer und zu guter Letzt überrollt einen ein wahrhaftiges Black Metal Gewitter. „Haaska“ lässt es teilweise durch seine sehr folklorischen Elemente etwas ruhiger angehen, besitzt aber ebenfalls die für Moonsorrow übliche Härte. „Pimeä“ klingt noch mal ne Ecke düsterer (ob das daran liegen man das Pimeä „Dunkel“ bedeutet?) hat aber unheimlichen Tiefgang und strotzt nur so voll epischer Aggression. Die längste Nummer der Scheibe „Jotunheim“ fährt wirklich alles auf was die Band zu bieten hat. Neben den bisher beschriebenen Charaktereigenschaften gesellen sich nun noch satte Chöre hinzu, die die Epik des Songs noch einmal doppelt unterstreichen. „Kaiku“ verzichtet gänzlich auf elektronisch verstärkte Instrumente und so kommt richtige Lagerfeuerstimmung auf. Die Akustischen Gitarren, Flöten, Trommeln das Akkordeon erzeugen wahrlich Folklore. Warum allerdings satte vier Minuten des Stücks aus dem Knistern des Lagerfeuers und weiterem Vogelgezwitscher besteht ist mir schleierhaft.
Fazit: „Verisäkeet“ ist nun wirklich kein Album, dass man mal eben als Hintergrundmucke bei einem ordentlichem Saufgelage auflegen sollte, die fünf Stücke sind dafür einfach viel zu komplex und zu schade sind um sie im Vollrausch nur halb genießen zu können. Wer sich jedoch einmal eine ruhige aber stimmungsvolle Stunde und zehn Minuten Zeit nimmt, der wird die enorme Klasse dieses Albums erkennen und genießen können.


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