Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 13:36 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Nargaroth - Prosatanica Shooting Angels
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Nargaroth - Prosatanica Shooting Angels
  »Trackliste
1. Love is Always Over With Ejaculation
2. Be Dead or Satanic
3. Satan Industries
4. hinking Below the Ocean
5. Black and Blasphemic Death Metal
6. A Tear in the Face of Satan
7. Hunting Season
8. I Bring My Harvest Home

Release: 2004
WERTUNG
3 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 56.19 min
Format: CD Audio
Label: No Colours

 

Kanwulf gehört zu den wohl umstrittensten Figuren der BM-Szene. Wie kaum ein anderer schafft er es die Massen zu spalten. Es gibt die Gruppe, die ihn hasst und die, die seinen Werken glühende Verehrung entgegen bringen. Ich zähle mich zu Letzteren. „Herbstleyd“, „BM ist Krieg“ und „Geliebte des Regens“ gehören zu meinen absoluten BM-Lieblingsalben, auch wenn ich mit Kanwulfs Ideologie wenig anzufangen weiß, so dass ich also bei Erscheinen des neuen Werkes mit großer Erwartungshaltung zum Plattenhändler meines Vertrauens stürmte. Nur, das war bereits mein Fehler, Kanwulf wird wohl nie die Erwartungshaltung von irgend jemandem erfüllen (wollen). Bisher hat es mich fasziniert, dass er es schafft, jedes Album anders klingen zu lassen, diesmal bin ich enttäuscht. Das Album beginnt mit einem kranken Intro ( „Love is always over with Ejaculation“ ), an dem es eigentlich nichts auszusetzten gibt. Dann erklingt „ Be dead or satanic“, was ich noch als besten Song des Albums bezeichnen würde. Die eisige, hasserfüllte Kälte vergangener Werke wird hier noch einmal spürbar. Nun folgt „Satan Industries“, ein Song, der lahm vor sich hin aus den Boxen rumpelt. Schwach. „Thinking below the Ocean“ ist, nennen wir es mal „Klangexperiment“, interessant, kann man sich aber auch nicht grade oft geben. „ Black and Blasphemic Death Metal“ ist, wie im Booklet beschrieben, eine Huldigung an und auch in Teilen geklaut von Veles. Dieser Song weiß aber auch nicht zu überzeugen, er wirkt kraftlos. Der zweitstärkste Song des Albums ist für mich „A Tear in the Face of Satan“. Aggressiv und hasserfüllt.„The Dark Side of the Moon“ ist wiederum sehr ungewöhnliches Stück (eine tiefe verzerrte Stimme verkündet mysteriöse Botschaften), dass eine sehr düstere Stimmung erzeugt. Die letzten beiden Stücke „Hunting Season“ und „I bring my Harvest home“ überzeugen überhaupt nicht; sie sind sehr lahm und langweilig.
Ich denke „Prosatanica...“ ist ein Album geworden, zu dem es wieder mal geteilte Meinungen geben wird. Traditionalisten werden sich aufgrund des rohen, an alte Tage erinnernden Sounds freuen. Die Nargaroth-DieHard-Fans werden sich das Album so oder so holen. Allen anderen lege ich eher die alten Werke ans Herz. Die beinhalten das, was ich mir unter dem Begriff Black Metal vorstelle. Cradle- und Dimmu Kinder sollten eh die Pfoten davon lassen.
Geradezu ironisch erscheint mir jedoch der fette Hinweis auf dem Booklet „ No Dark Throne Fan! “ Die Klasse alter Darkthrone Werke ist ja wohl unbestritten, das neue Zeug ist seelenlos und nur noch auf Verkauf aus. Ich bin geneigt, ähnliches auch von diesem Werk zu behaupten.


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